Finkenberg in Tirol
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Finkenberg ist eine Gemeinde im Bezirk Schwaz und liegt rund drei Kilometer südwestlich von Mayrhofen am Eingang des Tuxertals. Das Dorf breitet sich auf einer sanft ansteigenden Terrasse zwischen den Ausläufern von Penken und Grünberg aus. Zum Gemeindegebiet gehören auch Landschaften weit im hinteren Zillertal, darunter der Schlegeisgrund. Damit reicht Finkenberg vom Siedlungsraum am Talzugang bis in die hochalpine Bergwelt.
KI-generierte Illustration eines verschneiten Skigebiets mit Seilbahnen und Dorf in den Tiroler Alpen.
Kurzfakten zu Finkenberg
- Lage: am Eingang des Tuxertals, etwa drei Kilometer südwestlich von Mayrhofen.
- Seehöhe des Dorfes: 839 Meter.
- Naturraum: Schutzgebiet Glocke mit Tuxbach-Klamm und Naturlehrpfad.
- Bauwerk: Die Teufelsbrücke überquert die Klamm des Tuxer Bachs; sie stammt aus dem Jahr 1876.
- Ortskirche: Die heutige St.-Leonhardskirche wurde 1721 errichtet und ist seit 1891 Pfarrkirche.
Am Eingang des Tuxertals
Die Tuxer Landesstraße zieht sich durch das langgestreckte Dorf und verbindet den Talzugang mit den weiter taleinwärts gelegenen Orten. Der Zemmbach bildet die Gemeindegrenze zu Mayrhofen. Auch Dornauberg-Ginzling ist räumlich besonders: Der Bach teilt den Ort zwischen den Gemeindegebieten von Finkenberg und Mayrhofen; der Ortsteil besitzt eine eigene Verwaltung. Die Tal- und Gemeindegrenzen erklären, warum ein Ausflug in den hinteren Zillertaler Naturraum mehrere Orte berührt. Im Zillertal verzweigen sich Haupttal und Seitentäler in unterschiedliche Berglandschaften; das Hochtal bei Hintertux bildet einen weiter taleinwärts gelegenen Zielraum.
Die Geschichte Finkenbergs ist eng mit der Lage an dieser Verbindung und mit den Höhenlagen der Gemeinde verknüpft. Urkundlich erscheint der Ortsname in der Mitte des 14. Jahrhunderts als „Vinchenperg“ und 1389 als „Vinkenperg“. Die Weiler Persal, Astegg, Freihof und Brandstatt werden bereits 1328 genannt; der Schwaighof Leiten in Dornauberg schon 1302. Solche frühen Nennungen spiegeln eine Siedlungslandschaft wider, die aus Höfen und verstreuten Weilern bestand.
Vom bäuerlichen Dorf zur Tourismusgemeinde
Bis ins 19. Jahrhundert war Finkenberg überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Fremdenverkehr kamen Gasthäuser, Handel und Handwerk hinzu. Das Tuxer Magnesitwerk, das von 1920 bis 1976 betrieben wurde, bot vielen Einwohnern Arbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Tourismus zunehmend an Bedeutung; die Erschließung des Penken trug zu seiner Entwicklung bei. Diese Veränderungen gehören zu einer breiteren Geschichte des hinteren Zillertals, in der Landwirtschaft, Industrie und Bergtourismus aufeinanderfolgten.
Die Gemeinde umfasst auch den Schlegeisgrund, der nach der Grenzziehung von 1919 zu Tirol und damit zu Finkenberg kam. Der Schlegeisspeicher und das Kraftwerk Roßhag liegen auf Gemeindegebiet. Die Gemeinde reicht bis an den Alpenhauptkamm und umfasst Täler mit unterschiedlichen Höhenlagen und Nutzungen.
Tuxbach-Klamm, Glocke und Teufelsbrücke
Mitten im Siedlungsraum liegt die Glocke, ein 33 Hektar großes Schutzgebiet. Der Naturlehrpfad führt durch Felsbereiche mit Trockenvegetation und Linden- und Buchenmischwälder. Im Bereich von Teufelssteg und Friedhofsbrücke hat sich der Tuxbach bis zu 70 Meter tief eingeschnitten. Schautafeln erläutern Waldlebensräume, geologischen Aufbau und die frühere Nutzung des Waldes. Der Rundweg beginnt in Finkenberg an der Friedhofsbrücke, verläuft über die Wege 32, 32a und 32b und dauert ungefähr eine Stunde.
Die 1876 errichtete Teufelsbrücke überspannt die Klamm des Tuxer Bachs. Ihre traditionelle Tiroler Holzbauweise verbindet das Bauwerk mit der lokalen Handwerksgeschichte. Eine Sage erzählt, die Bauern hätten den Teufel mit dem Bau der Brücke beauftragt und ihn anschließend mit einem Ziegenbock überlistet. Die Erzählung gehört zur örtlichen Überlieferung; sie erklärt den Namen auf unterhaltsame Weise und steht neben der dokumentierten Baugeschichte.
Kirche und Wege in die Berglandschaft
Die St.-Leonhardskirche prägt den Dorfkern. Auf eine hölzerne Kapelle folgte 1634 ein steinernes Kirchlein; die heutige Kirche wurde 1721 von Hans Holzmeister aus Hippach gebaut und entwickelte sich zu einer Wallfahrtsstätte. Seit 1891 ist sie Pfarrkirche. Am Altar sind die Heiligen Leonhard, Isidor und Notburga dargestellt, die Fresken schuf Wolfram Köberl 1965. Die ehemalige Friedhofskapelle wurde 2022 saniert.
Finkenberg eignet sich als Ausgangspunkt für Wege in die hinteren Seitentäler und den Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen. Ein konkretes Beispiel im Gebiet ist die mittelschwere, als Einwegwanderung angelegte Route von der Bergstation der Finkenberger Almbahnen II am Penkenjoch nach Tux-Vorderlanersbach: 12,7 Kilometer, etwa viereinhalb Stunden, 240 Höhenmeter bergauf und 1.060 bergab. Der Einstieg liegt bereits an der Bergstation am Penkenjoch; die starke Abstiegsdifferenz gehört zur Tourenplanung. Betriebszeiten der Bergbahn und Wegbedingungen richten sich nach Saison und aktueller Lage.
Häufige Fragen zu Finkenberg
Was zeigt das Finkenberger Gemeindewappen?
Das 1972 verliehene Wappen zeigt auf goldenem Grund einen zum Flug ansetzenden Finken über einem grünen Dreiberg. Es nimmt den Namen Finkenberg als sprechendes Wappenbild auf.