Zirl: Zachäussingen, Geschichte und Schluchten

Zirl verbindet überlieferte Kultur mit historischen Bauwerken und markanten Naturzielen. Für die Wahl Ihres Urlaubsortes bietet der Ort damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte: Sie können einen besonderen Brauch kennenlernen, sich mit der Geschichte an wichtigen Verkehrswegen beschäftigen oder Wege durch Schluchten und zur Martinswand in den Mittelpunkt stellen.

Zachäussingen und historische Spuren

Ein prägender Termin im Jahreslauf ist das Zachäussingen. Der jährliche Jahrmarktbrauch findet am dritten Oktobersonntag ab 4:30 Uhr statt. Das Zirler Zachäussingen wurde im September 2015 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Wer Tirol nicht nur über Landschaft, sondern auch über lebendige Überlieferung kennenlernen möchte, findet hier einen klar datierten kulturellen Bezug. Auch die Bau- und Siedlungsgeschichte ist an mehreren benannten Orten ablesbar. Die Burgruine Fragenstein steht per Bescheid unter Denkmalschutz. Der Bau der Burg wird auf die Jahrzehnte von 1200 bis 1227 geschätzt. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht die Alte Römerbrücke, und zwar per Verordnung. Die katholische Pfarrkirche Hl. Kreuz und der Friedhof in Zirl stehen ebenfalls per Verordnung unter Denkmalschutz. Noch weiter zurück reicht die Geschichte der römischen Militärstation Teriolis. Im 4. oder 5. vorchristlichen Jahrhundert bestand sie in Zirl an der Schnittstelle wichtiger Verkehrsverbindungen. Für das Jahr 1280 ist Zirl als Rodstation und Rodniederlage sowie als Verkehrsknotenpunkt für die Straßen von Innsbruck nach Telfs und von Innsbruck nach Mittenwald genannt. Diese historische Bezeichnung beschreibt die damalige Funktion und ist nicht mit einer Aussage über heutige Verkehrsverbindungen gleichzusetzen. Zur Geschichte der Umgebung gehört außerdem die Burg St. Martinsberg. Sie wurde unter Kaiser Maximilian um 1500 zu einem Jagdschloss mit Tiergarten ausgebaut. Damit stehen in Zirl verschiedene Epochen nebeneinander: die römische Militärgeschichte, mittelalterliche Burganlagen, die Zeit Kaiser Maximilians und ein bis heute gepflegter Brauch.

Martinswand, Grotten und Schluchten

Die Landschaft setzt einen anderen Schwerpunkt. Die Maximiliansgrotte liegt in der Martinswand bei Zirl rund 200 Meter über der Inntalsohle. Die Naturhöhle ist 26 Meter breit und 19 Meter hoch. In derselben markanten Felslandschaft ist die Martinswand heute ein beliebter Kletter-Hotspot. Wer für seine Reise eine Verbindung aus Kultur und alpiner Felslandschaft sucht, findet hier ein deutliches Profil, ohne dass daraus eine bestimmte Zugänglichkeit oder ein bestimmtes Kletterangebot abgeleitet werden kann. Der Weg durch die Ehnbachklamm ist mit Stegen, Treppen und Drahtseilen gut gesichert. Eine einfache Rundwanderung in der Unteren Schlossbachklamm beginnt an einer überdachten Holzbrücke. Anschließend führt die Wanderung durch den großen Hausbogen weiter in die Untere Klamm; am Ende des Weges liegt ein Wasserfall. Für den Vergleich weiterer Ziele können Sie außerdem Wattenberg, Lans, Mühltal, Gemeinde in Tirol, Pfaffenhofen, Gries Im Sellrain, Pettnau und Götzens betrachten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Innsbruck-Land.

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