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Das Geheimnis der libyschen Wüste im Ferdinandeum

Die Ausstellung „Das Geheimnis der Wüste – Ein Tiroler Beitrag zur Erforschung der Libyschen Sahara“ zeigte 2008 im Innsbrucker Ferdinandeum Forschung aus Tirol im Zusammenhang mit prähistorischen Felsbildern des Fezzan. Der Schwerpunkt lag auf der jahrzehntelangen Arbeit von Gabriele und Rüdiger Lutz im Messak im Süden Libyens. Ergänzende Objekte und eine zeitgenössische Kunstinstallation verbanden archäologische Dokumentation mit Naturgeschichte und künstlerischer Landschaftswahrnehmung.

Das Geheimnis der libyschen Wüste im Ferdinandeum Das Geheimnis der libyschen Wüste im Ferdinandeum

Kurzfakten zur Sahara-Ausstellung

  • Ausstellungsort: Foyer des Ferdinandeums in Innsbruck.
  • Laufzeit: 7. März bis 6. Juli 2008.
  • Kurator: Wolfgang Neuner.
  • Im Mittelpunkt stand die Felsbildforschung von Gabriele und Rüdiger Lutz im Messak/Fezzan.

Tiroler Forschung im Fezzan

Der Fezzan ist die südliche Region Libyens, in der die Gebirgszüge Messak Sattafet und Messak Mellet liegen. Dort dokumentierten Gabriele und Rüdiger Lutz Felsgravuren, die in dunkle Sandsteinoberflächen eingearbeitet wurden. Helle Linien treten dadurch deutlich hervor. Motive von Tieren und Jagdszenen geben Einblick in Lebenswelten, die sich über lange Zeiträume veränderten. Das Forschungsprojekt verband einzelne Bildstellen zu einer systematischen Dokumentation eines zuvor nur begrenzt erschlossenen Gebiets.

Die Präsentation stellte diese Arbeit als Tiroler Beitrag zur Erforschung der Sahara vor. Ein Schwerpunkt war der Wandel von Jägergesellschaften zu Ackerbau und Viehzucht, wie er sich in Bildmotiven und deren Umgebung nachvollziehen lässt. Die Ausstellungsmacher verbanden die Felsbilder mit Hinweisen auf Landschaft und frühere Lebensbedingungen. Das machte die Sahara nicht nur als heutige Wüstenregion, sondern auch als Raum einer langen Kultur- und Umweltgeschichte sichtbar. Eine solche Deutung lebt vom Vergleich unterschiedlicher Belege: Felsgravuren zeigen Bildmotive, archäologische Funde ergänzen sie um materielle Spuren.

Felsbilder, Tiere und Alltagsgegenstände

Zu den Exponaten gehörten prähistorische Werkzeuge und Objekte aus privaten Tiroler Sammlungen. Zoologische Präparate ehemaliger Sahara-Großsäuger, Reptilien und Vögel standen den Felsgravuren gegenüber. Diese Kombination veranschaulichte, dass sich die Lebensräume Nordafrikas über Jahrtausende veränderten. Auch Schmuck und Lederarbeiten von Tuareg und Berbern erweiterten den Blick auf Handwerk und Gestaltung. Prähistorische Felskunst, archäologische Funde und jüngere handwerkliche Arbeiten eröffneten verschiedene Zugänge zur Geschichte der Region.

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Michael Höpfners künstlerischer Blick

Mit „an area, a territory, a zone“ war auch eine Installation von Michael Höpfner vertreten. Der Künstler verarbeitet Landschaften, die er zu Fuß durchquert, in Fotografien und Zeichnungen. Seine Arbeiten stellten einen persönlichen, langsamen Zugang zu Wüste und Hochgebirge neben die systematische wissenschaftliche Dokumentation. Dadurch entstand ein Kontrast zwischen Forschungsbeobachtung und künstlerischer Erfahrung.

Das Ferdinandeum widmete die Präsentation einer geplanten Reihe über Tiroler Forschende in der Welt. Sie steht damit zugleich in der Geschichte der Innsbrucker Sammlungs- und Museumsarbeit. Andere Tiroler Kulturorte setzen eigene Schwerpunkte: Die Hofkirche in Innsbruck verbindet Architektur, Grabmal und Kunst, während das Ötzi-Dorf in Umhausen archäologische Fragen der Jungsteinzeit anschaulich macht. Ein Überblick über weitere Museen in Tirol zeigt die thematische Vielfalt der Einrichtungen.

Häufige Fragen zur Ausstellung

Wie ergänzte das Begleitprogramm 2008 die Exponate?

Interviews mit den Forschenden vermittelten ihre Arbeit aus erster Hand. Demonstrationen von Werkzeugherstellung und Schmucktechnik sowie Führungen ergänzten während der Laufzeit die Ausstellung. 2008 besuchten 9.620 Menschen die Ausstellung.

Foto: www.tiroler-landesmuseen.at