Die Schwemm bei Walchsee
Die Schwemm bei Walchsee ist Nordtirols größter Moorkomplex. Das Schutzgebiet liegt zwischen Inn und Großache, nahe dem Walchsee am Nordabfall des Kaisergebirges. Hoch- und Übergangsmoore, Niedermoore und angrenzende Feuchtflächen bilden einen vielfältigen Lebensraum, in dem seltene Libellen, Amphibien, Vögel und Pflanzen vorkommen.
Kurzfakten zur Schwemm bei Walchsee
- Die Schwemm umfasst 65,7 Hektar und gilt als größter Moorkomplex Nordtirols.
- Das Moor liegt bei Walchsee auf 664 Metern Seehöhe.
- Die Schwemm ist seit 2009 Naturschutzgebiet und seit 2003 Natura-2000-Gebiet.
- In den Moor- und Feuchtgebieten finden sich Hoch-, Übergangs- und Niedermoorbereiche.
- Von mehr als 70 Libellenarten Tirols leben 33 Arten in der Schwemm.
- Eine Runde zu Fuß dauert etwa eineinhalb Stunden; im Norden steht ein Aussichtsturm.
Wie aus einer Wasserfläche ein Moorgebiet wurde
Ursprünglich bildeten die Schwemm und der Walchsee eine zusammenhängende Wasserfläche. Die Schotterfracht des Ramsbachs trennte die beiden Bereiche; flache Seeteile verlandeten und entwickelten sich zur Moorlandschaft. Auf den Schuttflächen des Baches siedelten sich Menschen an, aus denen der Ort Walchsee entstand. Die heutige Landschaft verbindet damit geologische Veränderungen, Feuchtlebensräume und Siedlungsgeschichte.
Die Schwemm liegt im äußersten Nordosten Tirols. Wiesen und Weiden umgeben den Moorkomplex größtenteils. Im Süden gehen die Feuchtflächen in steile Fichten-Tannen-Buchen-Mischwälder des Miesbergs über; im Norden begrenzt der Brennkopf das Gebiet. Das Klima ist gemäßigt, im Gebirge kühl, mit einer ausgeprägten kalten und schneereichen Jahreszeit. Die Niederschläge fallen besonders während der warmen Vegetationsmonate.
Hochmoor, Übergangsmoor und Niedermoor
Über Jahrtausende konnten sich in der Schwemm verschiedene Moortypen entwickeln. Hoch- und Übergangsmoorbereiche sind von besonderem ökologischem Wert. Am Rand liegen Niedermoore, deren charakteristisches Erscheinungsbild durch landwirtschaftliche Nutzung mitgeprägt wurde. Diese Unterschiede zeigen sich in Vegetation und Feuchteverhältnissen; gemeinsam bilden sie einen Mosaiklebensraum für viele schützenswerte Arten.
Zu den Pflanzen, die im Moorkomplex vorkommen, zählen Seerosen, Wollgras, drei Sonnentau-Arten, Wasserschlauch und Orchideen. Auch die Tierwelt zeigt die Vielfalt der Feuchtgebiete. Im Frühjahr suchen Gras- und Wasserfrösche, Berg- und Teichmolche sowie Kröten die Wasserstellen zur Fortpflanzung auf. Damit sind Moorgewässer und ihre Ufer für Amphibien wichtige saisonale Lebensräume.
Ein besonderer Lebensraum für Libellen
Seltene Arten sind die Zwerglibelle und die Kleine Binsenjungfer. Libellen nutzen unterschiedliche Gewässerbereiche für Fortpflanzung und Entwicklung; die vielen Feucht- und Moorbereiche schaffen dafür eine abwechslungsreiche Struktur. Auch zahlreiche Vogelarten nutzen das Gebiet.
Die Ausweisung als Naturschutzgebiet und Natura-2000-Gebiet unterstreicht den Wert der Moorlebensräume. Wie die Schwemm prägen auch Wildflussauen, Wälder und Hochgebirgsräume das vielfältige Naturerlebnis in Tirol.
Die Schwemm zu Fuß erleben
Ein Rundweg erschließt das Moor zu Fuß. Südlich öffnen sich Blicke über die weiten Moorflächen; an der Nordseite bietet ein Aussichtsturm einen Überblick über die Schwemm und ihre Umgebung. Die Perspektive von oben macht die Ausdehnung der Feuchtflächen und ihre Lage in der Landschaft gut erkennbar.
Ein ruhiger Blick auf Vegetationszonen und Wasserstellen macht die Unterschiede zwischen den Moorbereichen erkennbar. Wege und Aussichtspunkte erschließen das Gebiet, während die empfindlichen Moorflächen Lebensraum bleiben. Nehmen Sie Abfälle wieder mit und achten Sie auf die Wegführung. Im Kaiserwinkl liegt die Schwemm in der Natur- und Kulturlandschaft des Tiroler Unterlands, zu der auch die Räume Kufstein, Alpbachtal und Kitzbüheler Alpen gehören. Wanderwege in Tirol reichen von Talwegen bis in alpine Lagen.
FAQ zur Schwemm
Wo liegt die Schwemm?
Die Schwemm liegt nahe dem Walchsee im Nordosten Tirols, zwischen Inn und Großache am Nordabfall des Kaisergebirges.
Warum ist die Schwemm ein Moor?
Die Schotterfracht des Ramsbachs trennte den früher zusammenhängenden Wasserraum von Schwemm und Walchsee. Flachere Seebereiche verlandeten und entwickelten sich zu Moorflächen.
Welche Tiere und Pflanzen findet man in der Schwemm?
Zum Artenreichtum gehören seltene Libellen, verschiedene Frösche, Molche und Kröten sowie Vögel. Seerosen, Wollgras, Sonnentau, Wasserschlauch und Orchideen kommen im Moorkomplex vor.
Was zeigt der Aussichtsturm?
Von der Nordseite fällt der Blick über die Moorflächen und die umgebende Landschaft; Unterschiede der Feuchtzonen werden aus dieser Perspektive gut erkennbar.