Boden in Tirol
Unterkunft finden
Boden liegt am Ende des Bschlabertals, eines Seitentals des oberen Lechtals. Der Streimbach durchfließt den Talraum, der von den mittleren Lechtaler Alpen umgeben ist. Der Ort gehört zur Gemeinde Pfafflar, zu der außerdem Bschlabs und die höher gelegene Sommersiedlung Pfafflar zählen.
Kurzfakten zu Boden in Tirol
- Lage: am Talschluss des Bschlabertals im Tiroler Lechtal.
- Gemeinde: Boden, Bschlabs und Pfafflar gehören zur Gemeinde Pfafflar.
- Siedlung: Pfafflar wird als Sommersiedlung genutzt; Boden und Bschlabs sind ganzjährig bewohnt.
- Zufahrt: Im Winter führt die Verbindung von Elmen ins Tal; das Hahntennjoch ist während der Wintermonate gesperrt.
Boden im Bschlabertal
Die Lage am Talschluss gibt Boden einen anderen Charakter als den Orten am Lech. Das schmale Seitental steigt aus dem Lechtal an und wird vom Streimbach durchzogen. Hänge und Bergwiesen liegen zwischen den Siedlungen und den Gipfeln der Lechtaler Alpen. Das Dorf ist ein alpiner Wohnort und ein Ausgangspunkt für Bergwanderungen in die umliegenden Lechtaler Alpen.
Zum Ortsbild gehört die Dorfkirche zum heiligen Josef. Der Tourismusverband hebt ihre Orgel als die älteste der Umgebung hervor. In Bschlabs empfängt die Wallfahrtskirche Maria Schnee Besucher am Dorfeingang. Beide Kirchen stehen in einem Tal, dessen Dörfer über lange Zeit durch Landwirtschaft, kirchliche Feste und die beschwerliche Verbindung zum Lechtal geprägt wurden.
Pfafflar, Boden und die Geschichte der Besiedlung
Die älteste dauerhafte Besiedlung des Tals lag in Pfafflar. Urkunden nennen den Ort 1284 als „Pavelaers“ und verzeichnen dort vier Schwaighöfe. Die ersten Dauersiedler kamen der Dorfchronik zufolge aus dem Engadin über das Hahntennjoch. Sie rodeten Wald für Wiesen und Äcker und hielten Ziegen, Schafe und Rinder. Bergwiesen wurden bis in große Höhen gemäht, damit das Vieh im Winter Futter hatte. Diese Arbeit erklärt, weshalb Heuhütten zum Ortsnamen und später auch zum Gemeindewappen gehören.
Im Jahr 1894 wurde Pfafflar als Dauersiedlung aufgegeben. Die Bergbauern verlegten ihren ständigen Wohnsitz in das rund 250 Meter tiefer gelegene Boden; Pfafflar blieb als Sommersiedlung für die Almwirtschaft erhalten. Die drei Orte stehen damit für unterschiedliche Formen alpiner Besiedlung: ein ganzjähriger Ort am Talende, ein Dorf am Sonnenhang und eine saisonal genutzte Höhensiedlung. Die alten Holzhäuser in Pfafflar reichen laut Lechtal Tourismus bis ins 13. Jahrhundert zurück.
Talstraße und saisonale Anreise
Die Straße von Elmen nach Bschlabs wurde zwischen 1930 und 1937 gebaut; Boden erhielt seine Straßenverbindung 1935 bis 1937. Mit der Eröffnung der Hahntennjochstraße 1969 entstand zusätzlich eine Verbindung über den Pass in Richtung Imst. Diese Route ist eine Sommerverbindung: Das Hahntennjoch ist im Winter gesperrt. Für Boden verläuft der saisonale Zugang daher über das Lechtal und Elmen.
Die Ortsgeschichte zeigt, wie wichtig diese Erschließung ist. Vor den Lawinenschutzmaßnahmen, die 1960 begannen, war die Zufahrt stark durch Lawinen gefährdet. Im Winter 1981/82 waren die Orte der Gemeinde insgesamt 80 Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Schutzbauten wie Schneebrücken, Aufforstungen, Galerien und Untertunnelungen sollten die Orte und besonders die Straße sicherer machen.
Wandern und Bergtouren rund um Boden
Boden ist ein Ausgangspunkt für Bergwanderungen in den Lechtaler Alpen. Die Tour zur Hanauer Hütte ist als mittelschwierig eingestuft: Die offizielle Tourenbeschreibung nennt zehn Kilometer, rund 595 Höhenmeter im Aufstieg und dreieinhalb Stunden Gehzeit. Der Weg führt zunächst taleinwärts; ab der Materialseilbahn steigt er deutlich zur Hütte an. Zur Tour gehören gute Schuhe und ausreichend Trinkwasser.
Auch Bschlabs bietet einen eigenen Zugang zur Tallandschaft. Der rund acht Kilometer lange „Weg der Sinne“ verläuft durch die Hölltalschlucht am Streimbach und verbindet Natur mit Texten und Skulpturen einheimischer Künstler. Wer weitere Orte des Tals kennenlernen möchte, findet Boden im regionalen Überblick zu Außerfern und Lechtal; Elbigenalp liegt im Haupttal, während Imst über das Hahntennjoch mit der Passlandschaft verbunden ist.
Häufige Fragen zu Boden und Pfafflar
Was bedeutet der Name „Pavelaers“?
Die Dorfchronik leitet den überlieferten Ortsnamen aus dem rätoromanischen Wort „pabulariu“ für Futterstadel ab. Heuhütten erinnern zugleich an die alpine Almwirtschaft, die das Leben in der Höhensiedlung prägte.