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Bergisel: Schanze und Architektur

Am Bergisel südlich der Innsbrucker Altstadt treffen Skisprunggeschichte und zeitgenössische Architektur aufeinander. Die Anlage ist Wettkampfstätte, Trainingsort und Aussichtspunkt über Innsbruck. Ihr heutiger Turm stammt aus einem Entwurf der Architektin Zaha Hadid; seine Form verbindet die Sprunganlage mit Restaurant und Aussichtsplattform.

Kurzfakten zur Bergisel-Schanze

  • Das erste Bergiselspringen fand am 23. Januar 1927 auf einer Naturschanze statt.
  • Die Schanze war Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1964 und 1976.
  • Zaha Hadids neuer Schanzenturm wurde am 14. September 2002 fertiggestellt.
  • Turm, Bergisel Sky und Aussichtsterrasse sind über Aufzüge erreichbar.

Vom ersten Springen zur olympischen Anlage

Der Bergisel wurde 1927 zum Schauplatz eines Skisprungwettbewerbs. Auf der damaligen Naturschanze gewann der Sieger mit einer Weite von 47,5 Metern. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage für größere Sprungweiten und internationale Wettkämpfe ausgebaut. Innsbruck richtete 1964 und 1976 die Olympischen Winterspiele aus; beide Male gehörte das Skispringen am Bergisel zum Programm.

Die heutige Schanze entstand zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Fertigstellung erfolgte am 14. September 2002. Schon vor der offiziellen Fertigstellung wurde die neue Anlage sportlich genutzt: Am 31. Dezember 2001 sprang Reinhard Schwarzenberger im Kontinental-Cup als Erster über den neuen Bakken. Im Januar 2002 war der Bergisel Schauplatz des Innsbrucker Springens der Vierschanzentournee. So blieb der Ort in der Tradition des Wintersports verankert, während der Neubau eine neue architektonische Form erhielt.

Zaha Hadids Entwurf: Sportbau und Aussichtsturm

Der Turm ist rund 50 Meter hoch. Sein Entwurf führt unterschiedliche Funktionen in einer klar ablesbaren Silhouette zusammen: Die lange, steil ansteigende Anlaufspur mündet in den Turmkopf, in dem Aussichtsterrasse und Restaurant untergebracht sind. Sie macht den Weg vom Stadionbereich hinauf zum Blick über Stadt und Gebirge selbst zum Teil des Gebäudes.

Die Konstruktion verbindet Elemente des Brücken-, Hoch- und Stahlbaus. Besonders sichtbar wird das an der Anlaufbrücke: Ihr Tragwerk überspannt eine geneigte Strecke von 68,5 Metern ohne Zwischenstützen. Oben kragen die Turmebenen bis zu zwölf Meter über den Betonschaft hinaus. Diese bauliche Lösung ordnet Sportfunktion, Besucherbewegung und Aussicht auf engem Raum. Für den Entwurf erhielt Hadids Schanze 2002 den Österreichischen Staatspreis für Architektur.

Der Turm ergänzt die winterliche Wettkampfarena durch eine dauerhafte Besucherfunktion. In etwa 40 Metern Höhe liegt das Restaurant Bergisel Sky; die Aussichtsterrasse befindet sich noch etwas höher. Von dort öffnet sich ein Rundblick auf Innsbruck und die umliegende Tiroler Bergwelt. Der Blick zeigt zugleich die Lage des Bergisel am südlichen Stadtrand und die Nähe zwischen urbanem Raum und Alpenlandschaft.

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Besuch und Zugang am Bergisel

Vom östlichen Stadioneingang führen 455 Stufen zum Schanzenturm. Für die Strecke vom Eingang zum Turm steht außerdem ein Schrägaufzug zur Verfügung; ein weiterer Aufzug bringt Besucher hinauf zu Restaurant und Aussichtsterrasse. Damit können Gäste den Höhenunterschied auf unterschiedliche Weise bewältigen. Im Turm erschließen die Aufzüge die Besucherebenen unabhängig vom sportlichen Zugang über die Stufen.

Mit der Innsbrucker Straßenbahnlinie 1 fahren Besucher bis zur Haltestelle Stift Wilten; von dort sind es wenige Gehminuten bis zum Eingang. Der Bergisel liegt nahe dem Stadtzentrum und lässt sich damit in einen Innsbruck-Aufenthalt einordnen. Bei der Planung ist zwischen dem allgemeinen Besichtigungsbetrieb und besonderen Wettkampf- oder Veranstaltungszeiten zu unterscheiden, denn die Schanze bleibt eine aktive Sportstätte. Öffnungszeiten und Zugang können nach Saison oder Veranstaltung variieren.

Häufige Fragen zur Bergisel-Schanze

Wer ist für die Bergisel-Schanze verantwortlich?

Der Österreichische Skiverband ist Bauherr der Anlage. Sportveranstaltungen am Bergisel richtet die Austria Ski Veranstaltungsgesellschaft/Nordic aus, eine Tochter des Skiverbands, die mit der örtlichen Arbeitsgemeinschaft des Skiclubs zusammenarbeitet. Der Betreiber nennt Skisprungwettbewerbe als Hauptnutzung und beschreibt die Schanze außerdem als Trainingszentrum.

Welche historischen Bauwerke ergänzen das Architekturthema?

Die Schanze ergänzt Innsbrucks historische Bauwerke um ein Beispiel zeitgenössischer Architektur. Die historischen Orte Tirols führen zu Bauwerken aus anderen Epochen. Die Hofkirche in Innsbruck zeigt Renaissancekunst und habsburgische Erinnerungskultur, während Schloss Tratzberg den Wandel von der Burg zum Renaissance-Schloss veranschaulicht. Die Via Claudia Augusta erschließt Tirols römische Verkehrsgeschichte; die Festung Kufstein erzählt von Wehrarchitektur und der umkämpften Grenze am Inn.