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Antikes und Historisches in Tirol

Tirols Geschichte wird an sehr unterschiedlichen Orten sichtbar: an einer römischen Fernstraße, an einer mittelalterlichen Burganlage und an Bau- und Kunstwerken der frühen Neuzeit. Die erhaltenen Zeugnisse zeigen, wie sich Verkehr, Herrschaft, Handel und religiöses Gedenken in verschiedenen Jahrhunderten im Alpenraum überlagerten.

Antikes und Historisches Kirchen und andere Gebäude zählen zu Antikem und Historischem Foto: www.tirol-netz.de

Kurzfakten zur Tiroler Geschichte

  • Die Via Claudia Augusta wurde unter Kaiser Claudius in den Jahren 46/47 n. Chr. ausgebaut.
  • Schloss Tratzberg wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und nach einem Brand 1492 ab 1500 neu aufgebaut.
  • Die Innsbrucker Hofkirche entstand 1553 bis 1563; ihr Kenotaph für Kaiser Maximilian wurde 1584 fertiggestellt.
  • Andreas Hofer, Anführer der Tiroler Aufstände von 1809, ist in der Hofkirche bestattet.

Römische Verkehrswege über den Alpenraum

Die Via Claudia Augusta verband in der Antike Altinum an der Adria mit dem Raum nördlich von Augsburg. Kaiser Claudius ließ den größten Teil der Staatsstraße 46 und 47 n. Chr. ausbauen.

Die Straße war Teil eines Verkehrsnetzes, das Menschen, Waren und staatliche Macht über die Alpen führte. Ihre Nutzung endete nicht mit der römischen Herrschaft: Spuren und Funde belegen auch mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Verkehr auf der Route. Erst ab dem 17. Jahrhundert verlor die Alpenverbindung über den Reschenpass an Bedeutung. Die Via Claudia Augusta in Tirol führt diese zeitlich vielschichtige Geschichte von der römischen Straße bis zu ihrer späteren Nutzung weiter.

Burgen, Silberhandel und Schloss Tratzberg

Im Mittelalter prägten Burgen die Sicherung von Wegen und Herrschaftsräumen. Schloss Tratzberg ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt und diente als Grenzfeste gegen Bayern. Kaiser Maximilian I. nutzte die Anlage als Jagdschloss. Ein Brand zerstörte 1492 die damalige Wehrburg. Der Kaiser ließ die Ruine nicht wieder aufbauen, sondern tauschte sie gegen ein Schloss der wohlhabenden Silberbergwerksbesitzer Tänzel.

Die Tänzel errichteten ab 1500 den ersten spätgotischen Teil des heutigen Schlosses. Spätere Besitzer veränderten die Anlage weiter: Georg Ritter von Ilsung erweiterte sie ab 1554 im Geist der Renaissance; die Fugger statteten Räume und Innenhof aus. Tratzberg macht dadurch den Übergang von einer befestigten Burg zu einem repräsentativen Adelssitz sichtbar. Die erhaltenen Räume, Wandmalereien und Ausstattungsstücke zeigen, wie der Reichtum des Schwazer Silberbergbaus und die kulturellen Beziehungen zwischen Tirol und Augsburg in Architektur und Kunst Ausdruck fanden. Die Geschichte des Schlosses Tratzberg lässt sich an dieser Abfolge konkreter Bauphasen ablesen.

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Die Hofkirche und Maximilians Gedächtnis

Die Innsbrucker Hofkirche entstand zwischen 1553 und 1563 unter Ferdinand I., einem Enkel Maximilians I. Im Mittelpunkt steht das 1584 vollendete Kenotaph, ein Erinnerungsgrabmal für den Kaiser. 28 überlebensgroße Bronzefiguren, die „Schwarzen Mander“, stehen als symbolisches Totengeleit um das Grabmal. Sie zeigen Verwandte, Ahnen und Vorbilder; zu ihnen zählt auch der sagenhafte König Artus.

Marmorreliefs am Hochgrab erzählen Szenen aus Maximilians Leben, darunter seine Hochzeit mit Maria von Burgund. Die Ebert-Orgel und die Silberne Kapelle ergänzen das Ensemble um bedeutende Renaissancekunst. In der Kapelle befinden sich die Grabmäler Erzherzog Ferdinands und seiner Frau Philippine Welser. Jahrhunderte später erhielt auch Andreas Hofer, der 1809 den Tiroler Aufstand anführte, hier seine letzte Ruhestätte. Die Hofkirche in Innsbruck verbindet so habsburgische Erinnerungskultur, höfische Kunst und Tiroler Landesgeschichte an einem Ort.

Die Festung Kufstein erinnert an die umkämpfte Tiroler Grenze am unteren Inn: Türme, Ausstellungen und Heldenorgel der Festung Kufstein verbinden den Ausbau unter Maximilian I. mit der späteren Erinnerungsgeschichte.

Am Bergisel verbindet Innsbrucks Skisprunggeschichte die Olympischen Winterspiele von 1964 und 1976 mit Zaha Hadids 2002 fertiggestelltem Schanzenturm. Architektur und Besuch der Bergisel-Schanze erschließen diesen modernen Bau im historischen Innsbrucker Stadtraum.

Im Oberinntal wurde das Zisterzienserstift Stams 1273 gegründet. Seine Basilika verbindet den 19 Meter hohen Lebensbaumaltar mit dem Rosengitter aus dem Jahr 1716. Stift Stams: Basilika, Museum und Klostergeschichte erschließt Kunstwerke, Klostergeschichte und saisonale Museumszeiten.

Häufige Fragen zu historischen Orten in Tirol

Welche archäologische Datierung ist mit Tirol verbunden?

Der Prügelweg bei Lermoos wurde dendrochronologisch auf 46 n. Chr. datiert. Der Befund steht mit dem Ausbau der Via Claudia Augusta unter Kaiser Claudius in Verbindung.

Ist Kaiser Maximilian in der Innsbrucker Hofkirche bestattet?

Maximilian wurde in Wiener Neustadt bestattet. Das Kenotaph in der Hofkirche ist ein Erinnerungsgrabmal, das sein Enkel Ferdinand I. verwirklichen ließ.